KI-Videoübersetzung & DSGVO: Checkliste für Unternehmen (2026)


KI-Videoübersetzung (und KI-Dubbing) hilft Teams, Trainings, interne Kommunikation und Marketinginhalte in wenigen Tagen statt Monaten in mehrere Sprachen zu skalieren. Aber es gibt einen Haken: Video und Audio enthalten häufig personenbezogene Daten (Gesichter, Stimmen, Namen, Inhalte) und damit greifen DSGVO-Pflichten ab dem Moment, in dem Sie eine Datei hochladen.
Dieser Guide übersetzt die DSGVO in praktische Schritte für Projekte innerhalb der KI-Videoübersetzung: Welche Daten werden verarbeitet? Wo liegen typische Risiken? Was sollten Sie bei Anbietern prüfen? Und welche konkrete Checkliste können Sie an Legal, IT oder Ihren Datenschutzbeauftragten (DSB) weitergeben?
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Für Ihren konkreten Fall beziehen Sie bitte Ihren DSB und/oder juristische Beratung ein.
„Videoübersetzung“ ist nicht nur Textübersetzung. Ein typischer Workflow verarbeitet:
Diese Kombination macht Datenschutz-Sorgfaltspflichten unter der DSGVO praktisch unverzichtbar, denn es werden Informationen verarbeitet, die sich auf identifizierbare natürliche Personen beziehen.
Ein vereinfachter End-to-End-Ablauf sieht so aus:
1) Upload & Speicherung
Ihre Datei landet in einer Speicherinfrastruktur. Zentrale Datenschutzfragen:
2) Transkription (Speech-to-Text)
Sprache wird zu Text. Dadurch entstehen durchsuchbare, personenbezogene Inhalte (Namen, Identifikatoren, potenziell sensible Daten).
3) Übersetzung
Text wird übersetzt. Risiken entstehen häufig, wenn die Übersetzung über Drittanbieter oder Unterauftragnehmer (Sub-Processor) läuft. Hier brauchen Sie Transparenz und belastbare Verträge.
4) Stimmerzeugung / Voice Matching
Manche Systeme erhalten Stimmcharakteristika oder nutzen Ansätze zur Stimmenklonung. Wenn eigene Stimmen genutzt werden, sollte Ihr Team klar beantworten können:
5) Videobearbeitung (z. B. Lip-Sync / Timing)
Je nach Technik werden Frames analysiert oder verändert. Das ist ein weiterer Verarbeitungsschritt, der dokumentiert werden sollte.
6) Export, Zusammenarbeit, Sharing
Downloads, geteilte Links, Team-Berechtigungen und externe Reviewer sind typische „menschliche“ Risikopunkte:
Verantwortlicher vs. Auftragsverarbeiter (Rollen)
In den meisten Business-Use-Cases gilt:
Diese Beziehung löst in der Regel die Pflicht zu einem Auftragsverarbeitungsvertrag aus (AVV / DPA; DSGVO Art. 28).
Rechtsgrundlage (warum Verarbeitung zulässig ist)
Für interne Videos kommen häufig infrage:
Genau hier sollte Ihr DSB/Legal Team eine klare „Ja/Nein + Bedingungen“-Entscheidung treffen (DSGVO Art. 6).
Datenminimierung & Zweckbindung
Verarbeiten Sie nur, was Sie für die Übersetzung wirklich brauchen und speichern Sie nicht länger „für später“. Diese Prinzipien gehören zu den Kernpflichten der DSGVO.
Sicherheit der Verarbeitung (Technische und organisatorische Maßnahmen)
Die DSGVO verlangt „geeignete“ Maßnahmen (risikobasiert): Zugriffskontrollen, Verschlüsselung, Logging, etc. (DSGVO Art. 32).
DSFA (Datenschutz-Folgenabschätzung)
Wenn eine Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko birgt, kann eine DSFA erforderlich sein (DSGVO Art. 35). EDPB-Guidance hilft bei der Bewertung von „High-Risk“ und DSFA-Erwartungen.
Wann ist ein DSB in Deutschland verpflichtend?
Deutschland hat durch nationales Recht (BDSG) eine niedrigere Schwelle als die DSGVO-Grundlinie. Ein DSB ist grundsätzlich erforderlich, wenn Sie regelmäßig mindestens 20 Personen beschäftigen, die ständig mit automatisierter Verarbeitung personenbezogener Daten befasst sind (in der Praxis weit ausgelegt).
Auch unterhalb dieser Schwelle kann ein DSB erforderlich sein, z. B. wenn Verarbeitung eine DSFA auslöst oder in bestimmten Konstellationen kommerzieller Datenverarbeitung.
Warum ein DSB für KI-Dubbing-Projekte wichtig ist
KI-Videoübersetzung bündelt oft mehrere Risikofaktoren: Mitarbeiterdaten, interne Kommunikation, internationale Anbieter, Retention-/Deletion-Fragen. Ein guter DSB hilft Ihnen:
CHAMELAION nennt z. B. einen externen DSB sowie dedizierte Datenschutz-Kontaktkanäle in der Datenschutzerklärung. Diese Art von operativer Klarheit sollten Sie von jedem Anbieter erwarten, dem Sie Videodateien anvertrauen oder generell von jedem KI-System, das Ihre Daten verarbeitet.
Nutzen Sie die folgenden Fragen für Einkauf/Procurement, IT-Security Review und Legal Checks. Das entspricht den typischen DSGVO-„Must-Haves“, die seriöse Anbieter selbst adressieren (AVV, TOMs, Retention, Sub-Processor, ggf. SCCs).
A) Verträge & Governance
B) Datennutzung (Grenzen & Policies)
C) Sicherheitsmaßnahmen (TOMs)
Fragen Sie nach dokumentierten Maßnahmen (nicht Marketing):
D) Internationale Transfers
E) Betroffenenrechte (Operationalisierung)
Kann der Anbieter Anfragen von Betroffenen beantworten:
Wenn Sie nur eine Sache aus diesem Artikel umsetzen, dann diese.
Schritt 1: Inhalte vor dem Upload klassifizieren
Ein einfaches 3-Stufen-Modell:
Wenn Rot, dann aufpassen und DSB/Legal einbinden.
Schritt 2: Rechtsgrundlage definieren & dokumentieren
Für jede Klasse (Grün/Gelb/Rot) festlegen:
Schritt 3: Rollen & Zugriffe absichern (wer darf was hochladen)
Schritt 4: AVV schließen und Sub-Processor prüfen
Vor Produktionsbetrieb:
Schritt 5: Retention & Löschung so definieren, dass sie durchsetzbar sind
Definieren Sie:
Schritt 6: Daten minimieren (einfacher Hebel, großer Effekt)
Schritt 7: Audit Trail führen
Eine schlanke Dokumentation reicht:
Das spart später Wochen an Chaos und Verzögerungen.
Wenn Sie CHAMELAION für KI-Videoübersetzung nutzen, müssen Sie weiterhin intern sauber arbeiten, aber ein Anbieter sollte Sie mit klarer Dokumentation und Prozessen unterstützen.
Basierend auf öffentlich verfügbaren Informationen:
Was Sie intern trotzdem anfordern sollten (auch bei CHAMELAION):
DSGVO-Compliance bei KI-Videoübersetzung bedeutet nicht „Innovation stoppen“. Es bedeutet, einen Workflow zu bauen, der sicher, dokumentierbar und wiederholbar ist.
Wenn Sie die Basics richtig machen – Rollenklärung, AVV, Sicherheitschecks, Retention-Regeln und DSB-Einbindung – wird KI-Dubbing zu einem skalierbaren Lokalisierungs-Kanal, den Sie für Trainings, Marketing und interne Kommunikation sicher einsetzen können.
Wenn Sie KI-Videoübersetzung in einem Business-Workflow testen möchten (mit klarer Dokumentation, Datenschutzkontakten und AVV-Prozess), starten Sie hier:
Ist KI-Videoübersetzung DSGVO-konform?
Ja, wenn Sie eine Rechtsgrundlage haben, Verantwortlicher/Auftragsverarbeiter klar definieren, einen AVV schließen (Art. 28), geeignete Sicherheitsmaßnahmen umsetzen (Art. 32) und Retention/Löschung sauber steuern.
Brauchen wir immer einen AVV/DPA mit einem KI-Dubbing-Anbieter?
Wenn der Anbieter personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeitet (typischer Fall): ja. Dafür ist die DSGVO Art. 28 vorgesehen.
Wann brauchen wir eine DSFA bei Videoübersetzung?
Eine DSFA ist erforderlich, wenn die Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für Rechte und Freiheiten von Personen erzeugt. In der Praxis können Mitarbeiter-Videos, großskalige Verarbeitung oder sensible Kontexte DSFA-Diskussionen auslösen. Ihr DSB sollte entscheiden und dies dokumentieren.
Wann ist ein DSB in Deutschland verpflichtend?
In Deutschland ist ein DSB typischerweise verpflichtend, wenn ein Unternehmen regelmäßig 20+ Personen beschäftigt, die ständig mit automatisierter Verarbeitung personenbezogener Daten befasst sind (§38 BDSG). Auch darunter kann ein DSB nach DSGVO Art. 37 erforderlich sein, z. B. bei großskaliger Überwachung oder großskaliger Verarbeitung sensibler Daten.
Tipp: Prüfen Sie das nicht nur intern, sondern auch beim KI-Anbieter. Wenn er Kundendaten verarbeitet, sollte er einen klaren DSB/Privacy-Kontakt haben und Compliance-Dokumentation liefern können (z. B. AVV, TOMs, Sub-Processor, Retention).
Was ist das größte DSGVO-Risiko bei Nicht-EU-KI-Tools?
Häufige Risiken sind unklare Sub-Processor, fehlende AVVs, unsichere Retention/Löschung sowie internationale Datentransfers und Speicherung ohne geeignete Schutzmechanismen (z. B. SCCs).
Können wir Mitarbeiterschulungen hochladen?
Meist ja, behandeln Sie sie aber standardmäßig als „personenbezogene Daten“. Setzen Sie Guardrails: Freigabeprozess, Zugriffskontrolle, Retention-Regeln und (wo nötig) DSFA + DSB-Sign-off.

Was ist Dubbing? Erfahre, wie Dubbing funktioniert, wo es eingesetzt wird und warum KI-Dubbing heute der Schlüssel für globale Reichweite ist.

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